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Benton Hill, ein kleines Städtchen im Bundesstaat Maine. Gegründet durch den Zusammenschluss der Gemeinden Willow Hills und Benton Heights liegt die Kleinstadt zu beiden Seiten des Willow Creek, der in den Atlantik mündet und umgeben vom Willow Hills National Forest. Geschichtlich gesehen ein zentraler Punkt der Kolonialisierung, hadert die Stadt meist ein wenig mit dem Zeitgeist, blieben doch viele Ansichten veraltet. Gegründet im 15. Jahrhundert waren die Gemeinden Willow Hills und Benton Heights, im heutigen Bundesstaat Maine, lange Zeit verfeindet. Während sich auf der Nordseite des Willow Creek die englischen Besatzungen unter dem französischen Kommandanten George Moreau niederließen, besiedelten italienische Einwanderer die Südseite. Viele Jahre versuchten die Europäer in der neuen Welt Fuß zu fassen, arbeiteten bis zu einem gewissen Punkt sogar zusammen am Aufbau der jeweils anderen Stadt. Jedoch wuchs mit der Einwohnerzahl und dem Land, dass dazugewonnen wurde auch die Rivalität, bis es schließlich in einer Art Bürgerkrieg ausartete. Die Kämpfe reichten bis ins 19. Jahrhundert und konnten nur durch einen politischen Beschluss beigelegt werden, der den Frieden zwischen den Städten gewährleisten sollte. Im Endeffekt sorgte er nur für eine Art kalten Krieg, angefacht durch die Bürgermeister der Stadt selbst. Die Übergriffe zwischen den Bewohnern selbst nahmen ab, aber dennoch gab es Vorfälle die den Hass weiterbestehen ließen. Erst ein weiterer Beschluss der Bundesregierung im Jahr 1989 sorgte für einen Waffenstillstand und auch dafür, dass beide Städte zu einer wurden. Die Gemeinde Benton Hill war gegründet. Die sich derzeit im Wahlkampf befindliche Stadt, könnte dennoch gespaltener nicht sein. Auf der einen Seite kandidierte der politisch engagierte Andrew De Luca, ein Sympathisant in seinen Reihen, wenn auch beeinflusst durch die Macht seiner Familie. Auf der anderen Seite dieser politischen Fehde steht Matthew Hastings, ehemaliger Polizist und nun auf Drängen seiner engsten Vertrauten im Wahlkampf involviert.
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#31

RE: Ladenbereich

in June's Coffee Lounge 05.12.2018 21:55
von Caitlyn Turner | 2.492 Beiträge

Schwer atmend ließ ich zu dass er den Kuss löste, versuchte meinen Puls runterzufahren. Ja, wir sollten damit aufhören...Sofort...aber die Sehnsucht in mir, die den Geschmack seiner Lippen so verdammt liebte, sehnte sich danach weiterzumachen.
Aber er hatte Recht, er musste seine Arbeit beenden und ich musste meine Beine zusammenhalten, solange ich das noch konnte. Denn irgendwie wurde es immer schwerer nicht meinem innersten Wunsch nachzukommen und ihm das zu geben, was er von mir wollte.
Noch einen züchtigen Kuss auf seine Lippen hauchend steige ich von seinem Schoß und richte meine Klamotten. Ich konnte noch immer seine Finger auf meiner Haut spüren und das Gefühl ließ mich erschauern. “Ich gehe schon mal meine Jacke holen und die Schalosien runter lassen”, sagte ich und räusperte mich während ich dem Kribbeln in meinem Körper versuchte Einhalt zu gebieten.

Der Ladenbereich lag in vollkommener Stille da, die Lichter hatte ich bereits ausgemacht und nur der Schein der Straßenlaternen spendete ein wenig Licht. Mit einem leisen Seufzen ging ich auf die Bank zu wo ich vorhin noch gesessen hatte und wo auch mein Mantel und meine Handtasche noch lagen. Die Stille die hier herrschte ließ mich mich beruhigen, auch wenn dieses merkwürdige Verlangen immer noch in mir brodelte.
Was stellte dieser Mann nur mit mir an? Ich hatte noch nie in meinem Leben sowas gespürt...Diese Anziehung, das Verlangen, die Leidenschaft, all diese Gefühle tobten in mir und ich genoss es viel zu sehr.
Lächelnd nahm ich meinen Mantel und sah nochmal zum Schaufenster. Einen erschrockenen Laut ausstoßend, als ich bemerkte, dass mich jemand beobachtete ließ ich meinen Mantel fallen. Die Silhouette stand einfach nur da, nichts anderes war zu sehen und noch ehe ich wieder einen klaren Gedanken fassen konnte verschwand der Schatten und gab die Sicht auf die Straße frei.
Verdammt, was war heute nur los?!
@Vincent Lear



Vincent Lear hat Herzklopfen!
Vincent Lear ist schockiert!
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#32

RE: Ladenbereich

in June's Coffee Lounge 05.12.2018 22:07
von Vincent Lear | 3.109 Beiträge

Ich musste. Wollen tue ich das nicht, dass sie sich löst, Kälte auf mir hinterlässt und dem unbändigen Verlangen sie wieder auf mich zu ziehen. Gott ich will sie.... Liegt es daran, dass ich sie nicht haben kann? Sie eben anders ist und sich eher mal rar macht? Oder ist es etwas anderes? Vielleicht werde ich es erst erfahren, wenn sie mich einmal "ranlässt". Irgendwie habe ich Angst davor. Seltsam. Sehr seltsam.
Fast verschlinge ich sie mit meinen Blicken, während sie ihre Klamotten richtet, die ihr so gut stehen...die aber so überflüssig sind.
Innerlich schüttele ich mich, wende mich mit dem Stuhl um, damit ich sie nur noch höre und das reicht schon. "Mach das. Ich bin gleich fertig."
Damit geht sie und als die Tür zu geht, atme ich hörbar aus, drücke mir die Hände ins Gesicht, reibe schnell darüber und fluche vor mich hin.
"Scheiße! Fuck!"
Woah wie soll ich nur einen Abend mit ihr überstehen, ohne sie zu berühren oder zumindest anzufangen damit....sie nicht mit meiner Leidenschaft zu überfordern und zu verteiben? Wie soll das gehen?
Okay, erst die Abrechnung. Ein Problem nach dem anderen. So gehe ich immer vor.
Also mache ich mich daran, zähle alles nochmal zusammen, finde genau den Betrag zu viel, den sie mir genannt hat und was mich irritiert hat. Daher ist die Abrechnung und das eintragen schnell fertig. Die Lade lege ich in den Schrank, bedecke sie und den Geldumschlag werfe ich in den Schlitz des Safes. Damit bin ich fertig für heute, nehme meine Jacke vom Stuhl, werfe die Schürze darüber und schalte das Licht aus.
"Wir können Kätzchen", sage ich freudig, während ich meine Jacke anziehe.
Anscheinend hört sie mich nicht, denn sie starrt zum Schaufenster hin, doch da ist nichts. Wenige Schritte und ich bin bei ihr, erkenne wie blass sie ist, obwohl es sehr dunkel ist, aber das wenige Licht reicht aus.
"Hast du einen Geist gesehen?", lache ich, hebe den Mantel auf und halte ihn ihr hin.

@Caitlyn Turner



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#33

RE: Ladenbereich

in June's Coffee Lounge 05.12.2018 22:29
von Caitlyn Turner | 2.492 Beiträge

Ich bemerkte Vince erst als er neben mir stand, meinen Mantel in der Hand und auch seine Frage kam erst verzögert bei mir an. Immer noch schockiert sah ich ihn an. “Da war jemand am Schaufenster...ich glaube er hat mich beobachtet”, sagte ich leise und nahm meinen Mantel. Sein Lächeln beruhigte mich ein wenig, aber dennoch saß der Schreck tief.
“Vielleicht werde ich langsam wirklich verrückt”, sagte ich und versuchte mich zu beruhigen, tat es ihm gleich und lachte, aber es klang unsicher und mein Blick ging wieder in Richtung Fenster. Der Schatten war verschwunden und es wurde Zeit, dass auch wir endlich hier rauskamen.
“Also, was wollen wir jetzt machen?”, fragte ich und zog mir meinen Mantel über und schloss ihn. Ablenkung würde jetzt sicher gut tun. “Mir ist egal, was wir tun, hauptsache es ist warm”, meinte ich noch und hielt ihm meine Hand hin. Am liebsten würde ich ihn zu mir nach Hause einladen, aber mein Stiefvater war da und er würde sicher nicht zulassen, dass ich einen Mann mit nach Hause brachte, auch wenn er streng genommen nicht mein Vater war und im Haus meiner Mutter sowieso nichts zu sagen hatte.
In solchen Momenten sehnte ich mich nach meinem Zimmer im Wohnheim… Da wären wir ungestört...hätten reden können, oder was uns auch immer in den Sinn kam.

@Vincent Lear



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#34

RE: Ladenbereich

in June's Coffee Lounge 05.12.2018 22:46
von Vincent Lear | 3.109 Beiträge

Misstrauisch geht mein Blick direkt zum Fenster. Nicht nur das, denn meine Füße bewegen sich von alleine dorthin, Die Augen verengt sehe ich hinaus, suche die Straße ab, aber kann niemanden groß erkennen.
"Vielleicht einfach jemand, der sich das Cafe mal im Dunkel ansieht", versuche ich sie zu beruhigen, wobei ich selbst ein komisches Gefühl habe, es aber erst einmal weg schiebe. Hier ist Benton Hill. Nicht New York.
Also kehre ich lächelnd zu ihr zurück, sehe wie sie den Mantel zumacht und würde am liebsten seufzen, da mir so viel nun entgeht. Aber auch mit Mantel sieht sie....wunderschön aus. Wie sich ihr Haar auf die Schultern legt, die Farbe so dezent ist, dass ihre Lippen herausstechen.
Schluckend verziehe ich nachdenklich die Lippen. Wohin wir gehen könnten, ist mir eigentlich nicht so auf dem Schirm gewesen. Zumindest fallen mir nicht viele Orte ein. Außer einem....
"Naja, warm weiß ich nicht genau, aber ich wüsste, was wir machen könnten."
Noch immer lächelnd trete ich dichter zu ihr, nehme ihre Hand und verschränke wie selbstverständlich meine Finger mit ihren. Ohne ein weiteres Wort gehe ich mit ihr zur Tür und lasse kalte Luft hinein, als wir hinaus treten. Es hat merklich abgekühlt und meine Idee kommt mir nun nicht mehr so gut vor, aber für Wärme werde ich schon sorgen.
An wessen Wärme ich mal wieder denke, ist klar. aber ich werde mich benehmen....ein bisschen....
Um die Tür abzuschließen, muss ich ihre Hand wieder loslassen, schließe zweimal zu, am normalen Schloss und am Boden der Tür.
"June ist ganz schön auf Sicherheit aus. Dabei hatte ich gedacht, hier passiert nicht viel", kommentiere ich es, richte mich auf und schmunzele. "Oder seid ihr alle einfach nur schrecklich vorsichtig?"
Ich greife in meine Jackentasche, ziehe meine Autoschlüssel heraus und deute auf die andere Straßenseite. "Lust auf eine Spritztour?"

@Caitlyn Turner



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#35

RE: Ladenbereich

in June's Coffee Lounge 05.12.2018 23:20
von Caitlyn Turner | 2.492 Beiträge

“Vor drei oder vier Jahren war in einem Nachbarort ein Festival und irgendwelche Idioten sind in den Laden eingebrochen… Seitdem hat sie das Schloss dort angebracht”, sagte ich leise und fröstelte kurz, als ich neben ihm an der Tür stand während er abschloss. Was er eben gesagt hatte, hatte ich bereits wieder verdrängt, waren meine Gedanken immer noch bei der Gestalt an der Scheibe, aber die Straßen waren Menschenleer.
Dennoch wurde ich das Gefühl nicht los, dass wir beobachtet wurden, was einer der Gründe war, warum ich einen Schritt auf Vince zu machte, der sich gerade wieder aufrichtete. “Eine Spritztour klingt toll”, meinte ich und lächelte ihn sanft an. Sein Auto war unglaublich und ich konnte es kaum erwarten mit ihm damit durch die Straßen zu fahren.
“Ich hatte auch mal einen Mustang…”, sagte ich leise und beinahe wehmütig während ich sein Auto ansah. Er war schwarz, glänzte im Schein der Laterne und war so unglaublich schön. Wenn ich ein Auto zu meinem Traumauto nennen müsste, wäre es vermutlich der…
Mit einem weiteren Lächeln sah ich Vince wieder an und trat näher, stellte mich einen Moment auf Zehenspitzen und küsste ihn. Es war als zogen seine Lippen mich wieder magisch an, aber vor allem wollte das ungute Gefühl einfach nicht verschwinden, also musste ich es mit guten Gefühlen überdecken.
Aber ich löste mich erneut von ihm und nahm seine Hand, zog ihn praktisch über die Straße und auf sein Auto zu. Mein eigenes was in der Seitenstraße parkte hatte ich vollkommen vergessen, mochte ich es ohnehin nicht wirklich.
Ehrfürchtig strich ich über die schwarze Lackierung dieses Schatzes, während ich am Heck vorbeiging. Kaum zu glauben, dass mein eigener Wagen, der dem hier sehr ähnlich war auf der Farm meines Cousins verrostete. Die Gedanken an das Auto und wie ich es mit meinem Vater zusammen wieder hergerichtet hatte, stiegen in mir auf. Es war eine Ewigkeit, wenn nicht sogar ein ganzes Leben her und doch fühlte es sich an, als wäre es erst gestern gewesen.
”Und die Zündkerzen kommen da hin?”, fragte ich meinen Vater, der mit einem stolzen Lächeln auf mich hinab sah, während er Batterie in den Motorblock einsetzte. “Ganz richtig, Kätzchen. Willst du sie einsetzen?”, fragte er mich und zog die letzten Schrauben an der Batterie fest. Mit einem strahlenden Lächeln und der Zündkerze in der Hand machte ich mich unter der Anleitung meines Vaters daran sie einzusetzen…
Die schöne Erinnerung an eine glückliche Kindheit blieb noch einen Moment, aber ich spürte wie die Tränen in mir aufstiegen, welche ich versuchte hektisch weg zublinzeln, in der Hoffnung, dass Vince es nicht mitbekommen hatte.

@Vincent Lear



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#36

RE: Ladenbereich

in June's Coffee Lounge 06.12.2018 08:55
von Vincent Lear | 3.109 Beiträge

Sichtlich überrascht sehe ich sie an. "Ein Festival? Ihr habt hier sowas?" Amüsiert lache ich etwas und nicke dann. "Okay, verständlich dann, da wird man irgendwann vorsichtig."
Ihr Blick entgeht mir nicht. Irgendwie kommt sie mir besorgt vor, noch immer so erschrocken wie vorhin. Was mich auch wieder veranlasst umher zu sehen. Allerdings verspüre ich kein Gefühl von Gefahr, vielleicht weil ich mir das hier einfach nicht vorstellen kann. Werde ich so unbedarft? Meine Waffe habe ich noch immer in der Tasche, seit ich hier angekommen bin. Ob man so etwas hier auch braucht?
Die Gedanken werden von ihren Lippen vertrieben. Schmunzelnd erwidere ich diesen, doch schnell löst sie sich wieder, was mich enttäuscht seufzen lässt. Sie macht mich echt süchtig. Verrückt....was sie für eine Macht hat.
"Du hattest auch einen?" Nun bin ich erst Recht überrascht. "So einen Wagen hätte ich dir gar nicht zugetraut. "Wie kam es dazu und die noch größer Frage: wie kommst du nun zu einem Auto bitte? Einen Prius? Das ist...Abstieg tief Tausend Millionen." Meine gespielte Entrüstung zeige ich deutlich, während wir zu meinem Auto laufen.
Und ja, jedes Mal wenn ich ihn sehe, verliebe ich mich neu in ihn. Das war das erste, was ich mir kaufte, nachdem ich mit 18 das Konto bekommen habe, was meine Großeltern für mich angelegt hatten. Darauf war mehr gespart, als Vater je für mich ausgegeben hat. Sie starben schon als ich 10 war, daher bekam ich es von einem Treuhänder. Vater hätte es wahrscheinlich als Entschädigung behalten.... Ich bin ja eine Last.
Davon finanziere ich mir auch meine Wohnung. Geld von meinem Vater sehe ich keines. Er weiß dass ich habe und ich will kein Geld von ihm.
Ich sehe ihren verträumten Blick, der sich verklärt. Und dann dass darin etwas glitzert. Doch sie will nicht, dass ich es sehe, also versuche ich nicht darauf einzugehen.
Ich gehe aber um den Wagen herum und öffne ihr die Tür, ganz Gentleman. Keine Ahnung wo der nun her kommt.
"Einsteigen Miss Turner. Ich entführe sie in die Sterne, damit das Glitzern in Ihren Augen woanders herrührt als..." Ich beiße mir auf die Lippen, weil ich es ja ignorieren will. Also lächle ich nur entschuldigend, strecke meine Hand aus und ziehe sie zu mir. Automatisch legen sich meine Arme um ihre Hüften. "Wenn du drüber reden willst...kannst du das tun. Wenn nicht...genieß den Abend mit mir." Ich beuge mich zu ihr hinunter und hauche nun meinerseits einen sanften Kuss auf ihre Lippen, streiche dann eine Träne aus ihrem Augenwinkel und löse mich wieder. "Lass uns fahren."
Damit gehe ich ums Auto herum und steige meinerseits ein, den Schlüssel ins Schloss und atme tief durch. Denn immer wenn ich jemanden mit nehmen soll, fangen meine Hände leicht an zu zittern, was aber wieder vergeht, kaum dass ich den Sound des Wagens höre.

@Caitlyn Turner



Caitlyn Turner hat Herzklopfen!
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#37

RE: Ladenbereich

in June's Coffee Lounge 06.12.2018 16:38
von Caitlyn Turner | 2.492 Beiträge

Mit einem sanften Lächeln streichelte ich seine Wange. Es war unglaublich süß wie rücksichtsvoll er war und versuchte nicht allzu sehr zu fragen, warum ich fast weinte. Kaum zu glauben, dass das derselbe Typ war der mir in den Minen noch sagte, ich sollte mich von ihm fernhalten, weil er nicht gut für mich war.
Ich setzte mich auf den Beifahrersitz und schnallte mich pflichtbewusst an, wartete darauf, dass auch er einstieg. Als er es schließlich tat, wirkte er für einen Moment ziemlich angespannt. Zumindest solange bis der Motor lief. Und dieses Geräusch ließ auch mich entspannen...das sanfte Brummen, was durch Mark und Bein zu gehen schien und einen förmlich von Innen heraus zu wärmen schien. Verdammt ich liebte dieses Geräusch...und hatte es unglaublich vermisst.
Ehrfürchtig strich ich über das glänzende Armaturenbrett und lächelte sanft. Er war wirklich wunderschön. Doch noch ehe ich mich weiter in dem Anblick verlor, kam mir seine Frage von vorhin wieder in den Sinn.
Flüchtig sah ich zu ihm rüber, während er losfuhr und versuchte mein rasendes Herz zu beruhigen. “Mein Dad hatte einen schrottreifen Mustang von seinem Vater geerbt. Baujahr 67… er war rot und rostete an sogut wie allen Stellen durch… Meine Mum fand nicht gut, dass das Ding die Garage blockierte und meinte, das Teil sollte weg, entweder auf die eine oder andere Art und Weise. Da mein Vater allerdings ziemlich nostalgisch war und dieses Auto mehr liebte als alles andere beschloss er ihn wieder aufzubauen und ich half ihm. Er brachte mir alles bei was ich wissen musste und mit 8 Jahren konnte ich schon allein Teile austauschen und so weiter”, erzählte ich und war in Gedanken viele Jahre in der Vergangenheit.
“Jedes freie Wochenende verbrachten wir auf irgendwelchen Schrottplätzen und haben die Teile für das Auto besorgt...Das haben wir gemacht, bis mein Vater abgehauen ist. Er ließ den Wagen und mich zurück. Mein Stiefvater wollte mir kein Auto kaufen, als ich alt genug war um zu fahren und meine Mutter war da schon nicht mehr auf der Höhe. Also hab ich den Mustang weiter aufgebaut, bis er zu meinem 17. Geburtstag fertig war. Er war traumhaft...und es hat meinen Stiefvater tierisch aufgeregt, dass ich mich ihm widersetzt hatte.” Ich lachte leise in mich hinein und sah aus dem Fenster.
“Nach einer Party im Wohnheim wollte ich eine Freundin aus dem Nachbarort nach Hause fahren, da ich die einzige war die nicht getrunken hatte. Irgendein besoffener Idiot hat mich auf der Bergstraße 180 von der Straße abgedrängt und wir haben uns mehrmals mit dem Wagen überschlagen, als wir den Hang runterrutschten...Totalschaden...Meine Mum und auch mein Stiefvater erlaubten mir nicht ihn wieder aufzubauen und seitdem verrostet er in einer Scheune auf dem Hof meines Cousins”, endete ich meine kleine Geschichte und hatte einen riesigen Kloß im Hals. Das meine damalige beste Freundin schrecklich dabei verletzt hatte, ihre Tanzkarriere beenden musste und mich seitdem hasst, ließ ich bewusst aus und auch, wie schwer ich mich dabei verletzt hatte.
Ich hatte schon lange nicht mehr darüber gesprochen und alle die es betraf schwiegen beharrlich darüber. Aber immerhin wusste er nun ein Detail von mir, was ihm deutlich machen sollte, dass ich bei weitem nicht so perfekt war wie er es sich gern ausmalte.
“Zu den Sternen klingt himmlisch…”, fügte ich noch traurig lächelnd hinzu und sah ihn von der Seite an.
@Vincent Lear



Vincent Lear ist überrascht!
Vincent Lear ist traurig darüber...
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#38

RE: Ladenbereich

in June's Coffee Lounge 06.12.2018 18:14
von Vincent Lear | 3.109 Beiträge

Mein Herz rast viel zu schnell und ich muss mich dazu bringen, mehrmals durchzuatmen, meine Hände mit aller Kraft nicht zittern zu lassen. Schließlich soll niemand wissen, wie es mir geht. Erst Recht soll sie sich nicht unsicher fühlen wegen mir. Nur wenn ich alleine bin, ist da keine Angst. Sobald jemand mitfährt, kommt es eben auf und ich kann das kaum steuern.
Das sanfte Brummen, der Sound jagt mir bis in den Magen hinein, lässt ihn Kribbeln und meine Hände ruhiger werden, so wie ein Lächeln auf mein Gesicht zaubern.
Entspannter lenke ich den Wagen auf die Straße, lausche ihren Worten und bin beeindruckt. "Wow, einen 67-er? Wahnsinn....den hätte ich gerne gesehen und mal gefahren. Ich liebe die alten Modelle. Nichts gegen mein Baby, aber die alten haben einen Hauch Klasse, der den neuen fehlt. Trotzdem liebe ich mein Pferdchen." Ich lache. "Ja, manche Frauen erkennen den Wert nicht. Aber du bist sowieso was Besonderes. eine Frau mit Klasse eben."
Mehr und mehr bin ich von ihr beeindruckt. Sie muss aus dem Himmel stammen, denn so eine Frau kann es doch nicht geben.
"Du kannst am Auto rum schrauben? Jetzt bin ich echt geflasht von dir."
Schmunzelnd muss ich an ein Lied denken....."flash mich nochmal..." Sie tut es jeden Tag mehr. Das ist verrückt.
"Ha, ich hätte gerne das Gesicht von dem gesehen, als er den Wagen sah. Hast du gut gemacht Kätzchen", lobe ich sie, grinse und halte an einer Ampel, auch wenn niemand auf der Straße ist.
Dann fängt sie allerdings an etwas zu erzählen, was mich mehr und mehr erstarren lässt. Meine Hände krallen sich so fest um das Lenkrad , dass die Knöchel weiß hervor treten und meine Kiefer pressen sich so hart zusammen, dass sie schmerzen. Aber ich fühle es nicht, ich werde zu Eis. Sie redet weiter und ich starre auf die Straße, die sich vor mir verändert. Ich kann die Reifen quietschen hören, kann genau fühlen wie es sich anfühlt, wenn sich ein Auto sich überschlägt, die Welt auf den Kopf gestellt wird, Organe woanders zu fühlen sind und doch am selben Platz bleiben.
Die Ampel springt auf Grün, doch ich fahre nicht los.
Ich zwinge mich ein etwas zu sagen....irgendwelche Worte kommen aus meinem Mund, weil es sein muss....und ich muss losfahren... doch wenn ich die Hand vom Lenkrad nehme um an die Schaltung zu legen, dann zittert sie mehr als sie soll.
"Wie lange...her?"
Reiß dich zusammen! Fahr weiter! Scheiß Feigling!
Meine Hand findet die Schaltung, mein Fuß ebenso, so auch das Gas und ich will losfahren, doch die Ampel ist wieder rot, also lasse ich meine Hand dort, sehe nur zur Ampel hoch.

@Caitlyn Turner



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